4. future!publish: Berlin – 24./25. Januar 2019

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9
Feb

Deutscher Buchtrailer Award: Die Gewinnerinnen von nXm im Interview

Aus über 160 Einreichungen hat es der Buchtrailer zu Felix Lobrechts „Sonne und Beton“ (Ullstein fünf) geschafft, die Jury des ersten Deutschen Buchtrailer Awards zu überzeugen.

Der Sieger-Trailer wird ab dem 01. März eine Woche lang in allen 12 Kinos der „Yorck Kinogruppe“ gezeigt.

Produziert wurde der Trailer von nXm – a different kind of storytelling. Die beiden Gründerinnen von nXm Nina Lorenzen und Melanie Hauke, die den Preis auf der future!publish 2018 entgegen genommen haben, stellen sich hier noch einmal im Interview vor.
(Instagram, Youtube)

 


Wer seid ihr und was macht ihr?

nXm ist eine Full Service-Filmproduktion für Verlage, Autoren sowie für nachhaltige und soziale Projekte, die Lust haben, mit uns gemeinsam Neues auszuprobieren. Wir haben nXm vor knapp einem Jahr gemeinsam gegründet, nachdem wir zuvor zusammen in einem großen Publikumsverlag gearbeitet haben. Wir übernehmen dabei alle Schritte von der Konzeption, Redaktion über Produktion bis hin zur Postproduktion. Bei nXm verstehen wir uns als nachhaltige und ressourcenschonend agierende Filmproduktion und achten auf einen effizienten Energieverbrauch durch Nutzung von Akkus, Leihequipment und Tageslicht als natürliche Lichtquelle.

Könnt ihr etwas zur Entstehungsgeschichte/Konzeption des Trailers zu Felix Lobrechts Buch „Sonne und Beton“ (Ullstein fünf) sagen?

Die Entstehungsgeschichte des Trailers ist wohl eher ungewöhnlich, trägt aber viel zum Ergebnis und zur Besonderheit des Trailers bei. Die Konzeptidee, Text und Foto zu verbinden, stammt direkt von Felix Lobrecht und der Verlag hat dem Autor freie Hand in der Umsetzung gelassen, was die Arbeit so produktiv und das Ergebnis so authentisch machte.

Felix wollte auf einem Foto – einer Luftaufnahme von Gropiusstadt – wichtige Momente und Orte aus dem Buch scribbeln. Das Foto stammte aus einer alten Beilage der Berliner Morgenpost und wir machten uns auf die Suche des Nachlassverwalters des bereits verstorbenen Fotografen, den wir schließlich ausfindig machen konnten. Neben dem Foto wollte der Autor unbedingt noch einen Song eines Neuköllner Rappers verwenden. Also saßen wir vor Facebook und überlegten, wie man denn am besten einen berühmt berüchtigten Rapper anschreibt, ohne völlig uncool zu wirken. Wir haben es geschafft – Gangsterfilmen sei Dank – und tatsächlich sein Einverständnis bekommen, sodass wir mit der Produktion anfangen konnten. In Melanies Wohnzimmer, wie man das als Start-up so macht.

Felix selbst kam dann auch zu Besuch und wirkte direkt am Entstehen mit. Das Voice-over wurde im Wohnzimmer aufgenommen, Geräusche produzierte Felix ebenfalls unter vollem Körpereinsatz selbst, indem er sich beispielsweise in den Bauch boxte oder mit der Faust auf den Tisch schlug. Seine Schrift wurde anschließend digitalisiert auf das Bild gebracht. Nach fünf gemeinsamen Sessions – einer davon wohnte auch Felix’ Bruder bei – und ein paar abschließenden Handgriffen von uns, war der Trailer dann nach zwei Monaten pünktlich zum Erscheinen des Romans fertig.

Welche ist eure Lieblingsstelle im Trailer und warum?

Das ist schwierig, aber die BÄM-Stelle bringt die Stimmung des Trailers gut auf den Punkt…

Was war euch wichtig bei der Produktion des Trailers? Bzw. was macht für euch ein guter Buchtrailer aus?

Gerade bei diesem Trailer haben wir festgestellt, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit mit einem kreativen Autor ist. Er kennt sein Buch einfach am besten und hat bestimmte Vorstellungen, die man auf jeden Fall mit in die Konzeption und Produktion einfließen lassen sollte. Wir verstehen natürlich, dass man sich auch an die Markt- und Marketingregeln des Literaturbetriebs halten muss. Aber aus unserer Sicht entstehen so keine herausstechenden Trailer. Auffallen kann man nur, wenn man anders und vor allem echt ist. Je mehr AutorIn in so einem Trailer steckt, desto mehr Neugier kann man wecken und Lust auf das Buch machen – vor allem, wenn Plot und Autorenbiografie so eng verwoben sind wie bei „Sonne und Beton“.

Wie seht ihr die Zukunft des Mediums „Buchtrailer“?

Wir würden gern mehr Produktionen sehen, die mutig sind und sich trauen, individuell zu sein. Für uns muss sich das Genre Buchtrailer noch entwickeln und mehr Macharten ausprobieren und etablieren. Gerade dann haben Buchtrailer aus unserer Sicht ein enormes Potenzial. Vorausgesetzt jedoch, Produktionen und Verlage arbeiten Hand in Hand und investieren auch mehr in die Verbreitung und Bekanntmachung der Filme. Bisher ist es leider noch so, dass zu viele Produktionen in der Masse auf YouTube verschwinden, weil oft das Know-how fehlt, wie man mit Buchtrailern und -teasern neue Zielgruppen erreicht und die Kundenbindung durch Storytelling statt Buchwerbung nachhaltig stärkt. Wir hoffen sehr, dass sich diese Herangehensweise ändert und Buchtrailer als wertvoller Bestandteil in Contentmarketing integriert werden.


Ausgelobt wird der Deutsche Buchtrailer Award von der future!publish, Literaturtest, dem Verlag duotincta und dem Landesverband Berlin-Brandenburg des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Ihr Team der future!publish

#fpbln18

Der Deutsche Buchtrailer Award wird unterstützt von:

Börsenverein

duotincta

Yorck
LT