4. future!publish: Berlin – 24./25. Januar 2019

future!publish - Blog

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Jan

Unsere Referenten stellen sich vor: Jörg Pieper

Jörg Pieper hält am 26. Januar zusammen mit Anja Pieper einen Vortrag zum Thema „So möchte ich arbeiten – mit Coaching und Mediation Herausforderungen begegnen“.

© des Fotos: Gemeinsam klären

Wer bist du?

Mein Name ist Jörg Pieper, ich bin gelernter Buchhändler, ausgebildeter Coach und Mediator und seit rund 30 Jahren im Fachinformationsmarkt unterwegs. Vor und mit diesem Hintergrund habe ich mich vor ca. einem Jahr mit meiner Firma Gemeinsam Klären selbstständig gemacht. Wollte einfach noch mal was Neues erleben, ausgetretene Pfade verlassen.

Mit Gemeinsam Klären berate ich primär Fachinformationsdienstleister in strategischen Fragestellungen bzw. begleite sie im Prozess der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und Dienstleistungen. Einen weiteren Schwerpunkt sehe ich in personellen und organisatorischen Entwicklungen: Wie bekommen wir die Dinge, die wir uns vorgenommen haben, gut umgesetzt? Wie schaffen wir ein gemeinsames Verständnis für das, was wir uns vornehmen?

Warum unterstützt du die future!publish als Referent/in?

Weil ich hier viele interessante Menschen und ihre Themen finde und treffe, über die ich mich gerne mit den Teilnehmer*innen austausche: als Referent, als Zuhörer, als Teilnehmer. Das Format, welches von Literaturtest hier vor drei Jahren auf den Weg gebracht wurde, ist einfach stimmig. Die Themenvielfalt finde ich immer wieder spannend.

Was wünschst du dir von der future!publish oder was erhoffst du dir von ihr?

Austausch, Austausch, Austausch… Von- und miteinander lernen, auf neue Ideen gebracht zu werden. Durchaus im positiven Sinne „irritiert“ zu werden.

Welche Entwicklungen und/oder Trends in der Verlags-, Kultur- und Kreativwirtschaft allgemein findest du besonders spannend?

Ich glaube, dass wir sehr lange über Produkte und Dienstleistungen gesprochen haben. Das ist gut und richtig. Ebenso spannend ist es für mich, wie wir uns selbst in unseren Interessen, Wünschen und Bedürfnissen in Bezug auf unsere eigene Arbeit, unser Selbstverständnis verändern. Hier ist in den letzten Jahren viel passiert und passiert weiterhin viel. Dies ist für mich eines der Schlüsselthemen derzeit.

Was sind deine Stichworte für die Verlags-, Kultur- und/oder Kreativwirtschaft im Jahr 2018?

Wie gesagt: Ich komme aus dem Fachinformationsmarkt. Daher: Digitalisierung, Digitalität, Open Access, Umsetzung der neuen Gegebenheiten im Urheberrecht.

Wir sehen, wie sich hier gerade einzelne Geschäftsbereiche selbst zerlegen, ohne dass es derzeit wirklichen „Ersatz“ für die beteiligten Stakeholder gibt.

Was wünschst du dir für die Verlags-, Kultur- und/oder Kreativwirtschaft für das Jahr 2018?

Offenheit und Mut. Sich nicht nur der Frage der Innovation im Sinne von Weiterentwicklung stellen, sondern auch die disruptiven Elemente wahrnehmen und Antworten darauf zu finden.

Das kann auch mal wehtun, weil es bedeutet, deutlich mehr aus der gewohnten Komfortzone herauszutreten und rechtzeitig alte Geschäftsmodelle aufzugeben.

Welches Thema / welche Entwicklung der Buchbranche liegt dir besonders am Herzen und warum?

Weiterhin wünsche ich dieser Branche, aus der ich komme und in der ich so viel erlebt habe, Vielfalt und Kraft. In diesem Zusammenhang wünsche ich den vielen jungen, weiterhin an unserer Branche interessierten Menschen, dass sie mit ihren so tollen Ideen und Vorstellungen hier den Widerhall finden, den sie verdienen. Wir brauchen diesen frischen Input!

Welchen Entwicklungen stehst du eher kritisch gegenüber?

Zunehmende Konzentration auf allen Seiten: Verlage, Handel, Agenturen, Dienstleister. Und hier eben insbesondere im Fachinformationsmarkt, den ich seit Jahren sehr intensiv beobachte. Naja, und wie es aus Sicht von Händlern und Agenturen in Bezug auf DEAL, also die bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage, weitergeht. Da befürchte ich nachhaltige „Verwerfungen“ mit Beschädigungen für alle Seiten.