4. future!publish: Berlin – 24./25. Januar 2019

future!publish - Blog

11
Jan

Unsere Referent*innen stellen sich vor – heute: Ellen Braun

Ellen Braun hält am 24. Januar 2019 zusammen mit Matthias Koeffler einen Vortrag zum Thema „Die Zukunft des lokalen Einkaufens Wie verändert der Verkauf vor Ort die Kalkulation von Buchtiteln?“

Die Unternehmensberaterin und der Inhaber von Langendorfs Dienst referieren über die steigenden Kosten im Buchhandel und darüber, wie die Buchhandlung vor Ort profitabel bleiben kann. In ihrem Vortrag analysieren sie, welche Verantwortung dabei auch die Verlage haben.

Wer bist du?

Ich unterstütze Unternehmen und Unternehmenslenker dabei, strategische Konzepte zu entwickeln und diese auch umzusetzen. Egal wie komplex das Vorhaben ist, ein exzellentes Projektmanagement hilft, den Überblick zu behalten und die wesentlichen Meilensteine zu erreichen. Ich schlüpfe gerne in die Rolle des sogenannten „Feelgoodmanagers“, d. h. ich sorge dafür, dass die Projektziele eindeutig für alle Beteiligten definiert sind, diese erreicht werden und die Projektteilnehmer fit sind in der Selbstführung.

Warum unterstützt du die future!publish als Referentin?

Das Geschäft mit Büchern verändert sich enorm. Der ganze Einzelhandel verändert sich, insbesondere auch durch E-Commerce. Bisher war es so, dass ich als Händler Ware angeboten habe und die Kunden kamen zum Kauf. Veranstaltungen und Events wurden als Marketingmaßnahme gesehen, zum Verkauf der Ware. Das hat sich immens geändert. Die Herausforderung besteht darin, anders zu denken: Wenn der Laden zum Ort der Begegnung wird für z. B. Leseförderung, dann steht das Event rund um das Thema „Kleine Leute lesen“ im Vordergrund und die Bücher sind ein sogennantes ‚add-on‘. Das Bedürfnis nach Community ist da, aber wenn ich ein Buch lese, bin ich erst mal allein. Das ist nicht sexy, wie die aktuelle Studie vom Börsenverein zeigt! Also müssen wir grundsätzlich anders denken: wie schaffen wir ein gemeinsames Erlebnis, so wie es Netflix-Serien schaffen? Da sind Events im engeren und weiteren Sinne. Vielleicht auch im Wohnzimmer der Kunden. Der Händler wird somit zum Vor-Ort-Eventmanager der Verlage und das auch noch verlagsübergreifend. Diesen Gedanken gilt es weiter zu verfolgen und das Format bei der future!publish ist gut, um diese Gedanken weiterzuentwickeln.

Was wünschst du dir von der future!publish oder was erhoffst du dir von ihr?

Für Straßenmusiker gilt ein Gesetz: der Hut lügt nicht! Waren die Musik und die Show gut, dann zeigt sich das im Hut. Lassen Sie uns den Vertrieb und den Verkauf neu denken, mit den Ressourcen, die da sind! So erhoffe ich mir Offenheit und Mut, Althergebrachtes in Frage zu stellen.

Welche Entwicklungen und/oder Trends in der Verlags-, Kultur- und Kreativwirtschaft allgemein findest du besonders spannend?

Die Digitalisierung generell und die des Einzelhandels insbesondere sind einfach eine spannende Herausforderung. Die Rolle des Einzelhandels in der Innenstadt verändert sich und es stellt sich natürlich die Frage, wie die Kernkompetenz des Buchhandels – also die Beratungskompetenz – in die Wohnzimmer der Kunden kommt. Das geht nur gemeinsam mit den Verlagen, da die vielen familiengeführten Buchhandlungen Unterstützung brauchen für den „Real Digital Retail“. Wir sind auch dran an diesem Thema und vielleicht haben wir schon erste Ergebnisse aus der Umfrage, die gerade initiiert wurde durch uns, auf dem Kongress dabei.