3. future!publish: Berlin – 25./26. Januar 2018

future!publish - Blog

29
Nov

Unsere Referenten stellen sich vor: Jakob Jochmann

Jakob Jochmann hält am 26. Januar einen Vortrag zum Thema „Die Hackerkultur – neue Wege für eine alte Kulturtechnik“.

© des Fotos: Jakob Jochmann

Wer bist du?

Ich heiße Jakob Jochmann und bin Kommunikationsarchitekt, Designer und Hacker. Das ist zumindest die Jobbeschreibung, die zu den verschiedenen Stationen meiner Tätigkeit als Berater und Dienstleister passt. So konnte ich Erfahrung sammeln, die ich mit pixelcraftbooks in den Dienst der Arbeit für schöne Leseerfahrungen stelle. Mit dem wieder aufgegriffenen Standbein in der Unternehmensberatung finanziere ich die Experimente im Labor von pixelcraftbooks.

 

Warum unterstützt du die future!publish als Referent/in?

Ich habe die letzte future!publish in angenehmer Erinnerung. Dummerweise ist diese nun schon zwei Jahre her, weil ich im vergangenen Jahr krankheitsbedingt ausgefallen bin. Ich glaube jedenfalls, dass sich hier ein außergewöhnliches Publikum trifft, und möchte mit diesen selten tollen Menschen ein Experiment zu gemeinsamem kreativen Schaffen wagen. Vielleicht sogar etwas hacken.

Was wünschst oder erhoffst du dir von der future!publish?

Ich habe bei der letzten future!publish viele anregende Gespräche geführt. Es war die Bereitschaft der Besucher*innen zu spüren, über den Tellerrand der Buchbranche hinauszuschauen und sich mit der Avantgarde digitaler Publikation zu beschäftigen. Ich hoffe, dieser Aufgeschlossenheit wieder zu begegnen. Daher bin ich gespannt, an welche Entwicklungen ich anknüpfen kann.

Welche Entwicklungen und/oder Trends in der Verlags-, Kultur- und Kreativwirtschaft allgemein findest du besonders spannend?

Ich finde es spannend, dass der digitale Wandel mittlerweile Mainstream geworden ist. So sehr, dass ab und an Projekte jenseits des Mainstreams möglich geworden sind. Die Bereitschaft für Experimente scheint mir in kleinen Dosen jetzt auch bei den großen Branchenvertretern angekommen zu sein. Und damit gibt es auf einmal Budgets dafür, Neues mit nachhaltiger Wirkung selbst zu schaffen, statt Innovation immer nur zu importieren.

Was sind deine Stichworte für die Verlags-, Kultur- und/oder Kreativwirtschaft im Jahr 2018?

#Transmedia-Revival #Voice-First

Was wünschst du dir für die Verlags-, Kultur- und/oder Kreativwirtschaft für das Jahr 2018?

Weitsichtigkeit. Die nächste Umbruchwelle im Konsumverhalten rollt auf die Medienbranche zu. Gespeist von Technologien, die man schon fast vergessen hat, weil sie so lange schon als das nächste Ding angekündigt waren. Deren Wirkmacht gilt es erst mal, zu erkennen. Das blöde an Umbrüchen ist ja, dass sie erst schleichend bzw. langsam beginnen und dann urplötzlich auftauchen.

Welches Thema, welche Entwicklung der Buchbranche liegt dir besonders am Herzen und warum?

Mein Steckenpferd sind User Interfaces. Als wichtiger Trend interessieren mich alternative Publishingmodelle und Distributionskanäle für Inhalte, weil insbesondere digitale Inhalte mit immer neuen digitalen Angeboten um Aufmerksamkeit konkurrieren. Da wäre es schon schön, wenn die Buchbranche gestalterisch mitwirkt.

Welchen Entwicklungen stehst du eher kritisch gegenüber?

Ich habe das Gefühl, dass interessante und wertvolle Stimmen der Branche verloren gegangen sind. Es mag bei meinen nur sporadischen Messebesuchen in diesem Jahr eine verzerrte Wahrnehmung gewesen sein, aber ich habe an einigen Stellen Resignation wahrgenommen.