3. future!publish: Berlin – 25./26. Januar 2018

future!publish - Blog

27
Okt

Unsere Referentinnen stellen sich vor: Sonja Andjelkovic

Sonja Andjelkovic hält am 25. Januar einen Vortrag über „‚Afara Academic Publishing‘ – ein Social Business für digitalen Wissenstransfer aus Afrika“.

 

Wer bist du?

Ich bin eine unverbesserliche Idealistin. Über meine verschiedenen Initiativen als Social Entrepreneurin und Philanthropin versuche ich, Leuchtturmwärterin, Steuerfrau und bisweilen Piratin zu sein, um Kursänderungen in der Gesellschaft sinnvoll zu begleiten. Manchmal bin ich in Gesellschaften unterwegs, denen das Nötigste zum Überleben fehlt. Die Erfahrungen als Beraterin in der Entwicklungszusammenarbeit haben meine Haltung zum Leben sehr geprägt. Wichtige Grundlage für mich als Autorin, internationale Moderatorin und Entwicklerin von Mensch und Organisation, ist meine ethische, nachhaltige und herzliche Haltung und nicht zuletzt mein Humor. Wer bin ich? Ein Hofnarr und ein Musketier!

Warum unterstützt du future!publish als Referentin?

King Julian aus dem Film „Madagaskar“ (wer ihn nicht kennt, sollte schleunigst den Film gucken) tanzt und singt zu einem bekannten Song „I like to move it, move it“.  So ist es! Ich will etwas bewegen im Verlags-, Kultur- und Kreativbereich, daher: ab zur future!publish!

Was wünscht du dir von der future!publish?

Inspirierende Menschen und wahrhaftige Begegnungen. Erkenntnis darüber, wer ich bin und sein will als Autorin. Vielleicht noch jemanden, der so singen kann wie Elvis Presley, damit ich ihn anschmachten kann.

Welche Entwicklungen und Trends findest du besonders spannend?

Alles, was un-trendy ist, altbacken und retro. Die Sehnsucht nach der Einfachheit. Das Wiederentdecken der Emotion, Verletzlichkeit, die Hierarchielosigkeit inmitten der Suche nach Richtlinien, Strukturen, Zauberformeln für mehr Gesundheit, Glück und Wohlbefinden. Der Trend zum Enthemmtsein beflügelt die Auseinandersetzung mit uns selbst! Bücher über Haut und Darm besetzen oberste Ränge auf Bestsellerlisten, allerdings mutieren Ernährungsdogmen zu Quasi-Religionen. Hatte Nietzsche schon vorhergesehen. Na ja, zu viel retro ist vielleicht doch nicht so prickelnd.

Stichworte für das Jahr 2018?

Echt jetzt? Meine Tochter würde sagen: chill mal!

Was wünscht du dir für die Verlags-, Kultur und Kreativwirtschaft im Jahr 2018?

Mehr Austausch mit Verlagen aus afrikanischen Ländern und Möglichkeiten von Autorenlesungen und Veranstaltungen mit Menschen aus Konfliktländern, wie Jemen, Nigeria, Afghanistan, in Deutschland oder anderswo. Gemeinsame Projekte im kreativen und kulturellen Bereich, die motivieren, inspirieren und den Menschen Kraft geben. Endlich einmal andere Formate als Tschaka-Tschaka-Keynote-Speeches und Foren, wo wenige reden und die anderen herumsitzen. Das nennt man dann Workshop! :o( Ich wünsche mir mehr offene, kreative Formate der Begegnung.

Welches Thema/welche Entwicklung der Buchbranche liegt dir besonders am Herzen und warum?

Die bewusste Öffnung für AutorInnen aus wenig beachteten Ländern und Kulturen. Wir leben in Europa im Land der Glückseligkeit im Vergleich zum Rest der Welt. Die Buchbranche/Verlage könnten sich mehr für diese AutorInnen engagieren und stärker durch Stiftungen, Förderung, Stipendien an der Unterstützung der Buchbranchen in Entwicklungsländern beteiligt sein.

Welchen Entwicklungen stehst du eher kritisch gegenüber?

Der Wissensglobalisierung. Ich finde nicht, dass wir das Wissen Ärmerer ohne ein Umverteilen von Ressourcen abgreifen sollten. Das Feigenblatt heißt Open Access. Im Wissensbereich kreiert das wieder Globalisierungsverlierer, die ihre Länder verlassen, weil sie mit ihrer Forschung, ihren Büchern oder ihrer Kultur kein Einkommen erwirtschaften können. In entwickelten Ländern ist das sinnvoll, aber Open-Access-Zugang zu Forschung aus Entwicklungsländern ist Ausbeutung 2.0.