3. future!publish: Berlin – 25./26. Januar 2018

future!publish-Blog

Unsere Referenten stellen sich vor: Dr. Thomas Ernst
10
Jan

Unsere Referenten stellen sich vor: Dr. Thomas Ernst

UND WOFÜR WIRD BEZAHLT? Diese Frage stellt Dr. Thomas Ernst von der Universität Duisburg-Essen in seinem Vortrag am 28. Januar um 14.30 Uhr über Erlösmodelle digitaler Literatur neben dem geistigen Eigentum.

Thomas Ernst (Portrait)Wer bist du?

Ich arbeite als Assistenzprofessor an der Universität Duisburg-Essen und lehre dort im Bereich der Literatur- und Medienwissenschaft. Seit einigen Jahren forsche ich vor allem über die Frage, inwiefern der digitale Wandel die Literatur und ihren Betrieb verändert. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass die Literatur- und Medienwissenschaft aus ihrem historischen und theoretischen Wissen heraus diese Prozesse zwar einordnen kann, dass wir uns jedoch zugleich sowohl den Erfahrungen und Ideen der Praktiker als auch den Fragen und Ideen unserer Studierenden gegenüber öffnen müssen. Was beispielsweise unsere studentische Webredaktion „Digitur – Literatur in der digitalen Welt“ (digitur.de) schreibt, ist auch für mich immer wieder anregend.

Warum unterstützt du die future!publish als Referent?

Auf dem Kongress tauschen sich vor allem Praktiker aus, daneben scheint es mir jedoch wichtig, dass auch Wissenschaftler grundsätzlichere Impulse einbringen. In meinem Open Space „Und wofür wird bezahlt?“ geht es daher um die wichtige Frage, für welche (neuen) Produkte oder Dienste die Branche zukünftig Erlöse erzielen wird. Der heftig debattierte jüngste Vorschlag des Justizministers, dass Verlage die Rechte an einem Text nur noch für fünf Jahre verbindlich vom Autor erhalten sollen, belegt die Aktualität dieser Fragestellung. Tatsächlich garantierte das Urheberrecht in der ‚Gutenberg-Galaxis’ ein einfaches Erlösmodell, das sich auf das materielle Produkt ‚Buch’ und dessen Verkauf bezog. Mit den versionierten, leicht kopierbaren, teilweise auch kollaborativ sich entwickelnden Digitalbüchern ist dies jedoch wesentlich komplexer geworden.

Welche Entwicklungen und/oder Trends in der Verlags-, Kultur- und Kreativwirtschaft allgemein findest du besonders spannend?

Somit interessieren mich gerade die neuen Textproduktions-, Distributions- und Geschäftsmodelle, zum Beispiel die Figur des Prosumers im Kontext von Crowdfunding und Crowdsourcing oder auf exklusive Formen des Social Reading hin angelegte Buchprojekte.

Was wünschst du dir von der future!publish oder was erhoffst du dir von ihr?

Ich hoffe, auf der future!publish mehr darüber zu erfahren, wie die Branche mit dem mitmachenden E-Leser umgeht – das ist für meine eigene Forschung interessant. Zudem erhoffe ich mir einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen des zukünftigen Publizierens – denn dies ist für meine Lehre wichtig, da einige meiner Studierenden später hoffentlich sehr aktiv mitbestimmen werden, wie sich das Publizieren in der digitalen Zukunft gestaltet.